Estadio Nacional memoria

Aus der Serie: Der Titan berichtet…

Zweiter Teil der Santiago-Trilogie

13.2.19 Qualifikation Copa Libertadores
Universidad de Chile – FBC Melgar (Peru) 0:0

„La U“, wie der beliebte mehrfache chilenische Meister Universidad de Chile gerne genannt und angefeuert wird, hatte beim Rückspiel gegen den peruanischen Verein FBC Melgar aus Arequipa die Chance, die 0:1-Hinspielniederlage wettzumachen und sich für die nächste Runde des Copa Libertadores zu qualifizieren. Groß waren die Erwartungen in der Bevölkerung und dementsprechend zahlreich der Besuch: Fast 50.000 „Affacionados“ kamen in Trikots gekleidet zum Spiel in das Estadio Nacional de Chile.

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Palästinenser bei den Katholiken

Aus der Serie: Der Titan berichtet… diesmal aus Südamerika

Erster Teil der Santiago-Trilogie

Auf unserer Weltreise blieben wir längere Zeit in Santiago de Chile hängen. Die Saison begann erst am 16.2., aber zuvor gab es Spiele in der Qualifikationsphase der Copa Libertadores.

Das erste Spiel, das wir besuchten, war Palestino Santiago gegen Deportivo Independiente Medellin.

Da das Stadion von Palestino, einem von Palästinensern 1920 gegründeten Verein, für den Wettbewerb nicht geeignet war, musste der kleine Stadtteilverein ganz weit weg in das Stadion des nicht sehr beliebten Meisters der chilenischen Liga, zu Universidad de Catholico! Doch ihre (mehr …)

Der Beweis der Güte Gottes

SC Westfalia Herne – TuS Haltern
Stadion am Schloss Strünkede, Herne, 10. Februar 2019
Zuschauer: 472

Das ist Wahnsinn, warum schickst Du mich in die Hölle? schepperte es nach dem Abpfiff aus der Lautsprecheranlage und ich schrie zurück: Hölle Hölle Hölle Hölle!
So etwas macht man nicht, das weiß ich sehr wohl, aber manchmal ist es eben auch egal. Besonders nach diesem Spiel.

Aber von vorne:
Das Stadion in Herne war über viele Jahre hinweg ein Sehnsuchtsort von mir, ein vergleichsweise kleiner, so dass ich nie alle Hebel in Bewegung gesetzt habe, um dort ein Spiel zu sehen. Eher war es so, dass ich zufällig in der Gegend war und gerne ans Schloss Strünkede gefahren wäre, aber Westfalia spielte an diesem Wochenende leider auswärts. Oder sie spielte zuhause, aber St. Pauli war gleichzeitig bei der Zweiten des 1. FC Köln zu Gast. Oder sie spielte zuhause und ich hätte Zeit gehabt, aber das Feld war gefroren oder mehr Schlamm als Rasen und deswegen spielte sie eben doch nicht.

Diesmal aber hat es geklappt. (mehr …)

Dreimal englischer Fußballadel

         

England, West Midlands: Ein Blick auf die Landkarte genügt und es ist um mich geschehen. Diese ganzen Namen! Birmingham, West Bromwich, Wolverhampton, aber auch Solihull, Sutton Coldfield, Kidderminster, Wallsall, Lichfield, Stourbridge, Nuneaton… Da will ich überall mal hin.

Den drei größten Vereinen der Region (sorry, Birmingham City!) haben der libero und ich im Januar schon mal einen Besuch abgestattet: Aston Villa, West Bromwich Albion und den Wolves. Geht alles mit Bus und Straßenbahn, dauert einen halben Tag und ist super.

Aston Villa

…ist im Nordosten Birminghams beheimatet, in einem Stadtteil namens Aston, quelle surprise. Eine eher unscheinbare Ecke zugegebenermaßen, aber der Villa Park ist eine Wucht: Die Klinkerfassade, das Wellblech, die Eisentore, die ganze greifbare Tradition. (mehr …)

Irgendwie schon wieder nicht feisty…

Die Tage war mal wieder Aberdeen – Rangers; hier in Schottland spielen die Teams ja 3-4 mal pro Saison gegeneinander – es gibt ja nur 12 Teams in der Liga und irgendwie muss man ja 34 Spieltage zusammenbekommen. Irgendwie war es aber wieder nicht feisty, ich weiss nicht was da los ist.

Bevor ich zum Spiel an sich komme, schnell eine Zusammenfassung von den Gespräch mit einem Taxifahrer am Tag zuvor. Es war viel Verkehr, später Nachmittag, auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt. Der Fahrer fragte ob heute das Spiel wäre; nein, sage ich, das ist morgen und ich gehe hin.

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Where Have All The Good Times Gone?

fragte sich Ray Davies bereits 1965. Dabei hatte er alles Mögliche im Sinn, den Shrewsbury Town Football Club aber sicherlich nicht. Denn damals war die Welt noch in Ordnung, zumindest in der westenglischen Grafschaft Shropshire, zumindest für Besucher der Spiele des Shrewsbury Town FC.

Es muss ein äußerst anheimelnder Weg gewesen sein, der die Fans zum hiesigen football ground führte: Vom im Tudorstil erbauten Bahnhofsgebäude aus ging es durch die mittelalterliche Innenstadt, vorbei am Castle und der St. Mary’s Church, an georgianischen Verwaltungsgebäuden und

   

       

schmucken Wohnhäusern aus Fachwerk über einen leicht abschüssigen Kopfsteinpflasterweg zur alten Steinbrücke, um dann, begleitet vom Zwitschern der gemeinen Wanderdrossel (mehr …)

Viertklassig und auch wieder nicht

Newport County AFC – Crawley Town FC 0:0
Rodney Parade, Newport, 29. Dezember 2018
Zuschauer: 3.166 (Crawley: 80)

Man hatte uns gewarnt, wie damals vor Bradford. Und wie damals war es dann halb so schlimm. Wobei der Ort selbst tatsächlich nicht zum Malerischsten gehört, was es im britischen Südwesten zu sehen gibt. Aber immerhin: Den schönsten Pub unserer Reise fanden wir in Newport, South Wales, mit den besten Fish & Chips, der gemütlichsten Sitzecke und der kuriosesten Teetassensammlung – Carl Zeiss Jena, MSV Duisburg, FC St. Pauli et alii.

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Piraten gegen Bierbrauer: Unentschieden

Bristol Rovers FC vs. Burton Albion FC 0:0
England / Bristol
Football League One
The Memorial Stadium
01.01.2019
9060 Zuschauer

New Years Day – ein normaler Spieltag in England. Man stelle sich mal unsere verwöhnten Hosenscheisserchen vor, an jenem Tag spielen zu müssen. Das will man sich besser gar nicht vorstellen. In England juckt das niemanden. The Motherland of Football. So schön. Aber auch so anders. So schön anders. Oder vielleicht einfach auch nur so, wie man den Fußball eigentlich haben möchte.

So wie der ältere Herr, der im Linienbus zum The Mem (The Memorial Stadium – Home of Bristol Rovers) neben mir saß und all seine Mitreisenden mit Anekdoten aus der wahrlich reichhaltigen Historie der Rovers erheiterte. Auf der Rückfahrt saß der alte Mann wieder in meiner Nähe und beglückte eine vierköpfige Familie aus Burton mit seiner humorvollen Spielanalyse. Mit einer Stimme wie Joe Cocker in seinen besten Tagen. Nur noch tiefer.

Die Reise vom Bristol City Centre auf der altehrwürdigen Gloucester Road hinaus durch die Vororte (mehr …)