Aus der Serie: der Titan berichtet… heute vom Regionalligaspiel
TSV Aubstadt geg. 1860 München 2:3
Dienstag, 18. August 2026
Zuschauer: (offiziell) 3000, geschätzt viel mehr
Der TSV 1860 von München „gibt sich die Ehre“… beim TSV Aubstadt, im Grabfeld/ Rhön – so würde es normalerweise heißen, wenn ein ganz Großer der Fußballszene aufs Land fährt und dort seine „Visitenkarte abgibt“.
Doch diesmal ist es ganz anders:
Ein Blick auf die Eintrittskarte
zeigt ein völlig ungewohntes Vereinsemblem mit den Initialen „FA 1860“.
Nach der Zurückstufung der 60er aus der 3. Liga in die Regionalliga Bayern, gleichbedeutend einer Bayernliga, musste sich der Verein komplett neu aufstellen und mit einer neuen Mannschaft den Spielbetrieb aufnehmen. Geblieben ist Florian Niederlechner, um den sich die ehemals 2. Mannschaft (Junglöwen), die in der Bayernliga Süd Meister wurde, formiert.
Über die Verwendung des ursprünglichen, bekannten Emblems mit dem Löwen streitet man sich noch mit dem einstigen Geldgeber und Machthaber Ismail.
So tritt der TSV München von 1860 e.V. jetzt mit einem neuen Wappen und recht bescheiden auf.
Zumal der TSV Aubstadt als heimstark und konstant gilt und sich selbst als „die Macht im Grabfeld“ bezeichnet. Der Ort ist der zweitkleinste in der Regionalliga, allerdings sogar selbstständig mit seinen 780 Einwohnern. Die waren zur Hälfte auch nötig, um den organisatorischen Aufwand rund um das Spiel zu stemmen. Ich sag nur: leckere Bratwürste!
Beim Einlass gab es etwas Aufregung unter den angestammten älteren Besuchern, da sie ihre Schirme nicht mit reinnehmen bzw. abgeben mussten. Vermutlich hat die zahlreich präsente Polizei sie als Problemfans ausfindig gemacht. Selbst ein Spürhund wurde fast 2 Stunden vor Spielbeginn zum Aufschnüffeln von Pyros im Gästebereich losgeschickt. Man kann es nicht fassen.
Das kleine Stadion, jetzt NGN-Arena, wirkt durch seine steilen Rasenhänge sehr kompakt und geschlossen. Leider konnte man nur sehr schlecht an diesen steilen Hängen stehen, so dass sich oben auf dem breiten Rundweg mehrere Reihen hintereinander bildeten. Nur im Gästebereich wurde mal eine halbe aus mehreren Stufen bestehende Stehtribüne gebaut. Und dann ist da noch diese provisorische, mit einem Zeltdach bespannte kleine Sitztribüne. Dazu ein VIP-Balkon auf dem firmeneigenen Physiogebäude. Man könnte durchaus mehr aus dem Ground machen. [aber wozu? – Ed.]
Doch der große Geldgeber NGN Fibernetwork steckt die Kohle viel lieber in Beine statt in Steine, und so holte er sich kürzlich den besten Stürmer von Bamberg. Für lau spielen die alle nicht, und es gab schon in der Vergangenheit Fälle von Schwarzgeldzahlungen an Spieler, die aufgeklärt und bestraft wurden. Die Sünden der Machtmenschen sind auf dem Land auch keine anderen…
Apropos Land, für die zahlreichen, stimmungsfreudigen und friedlichen Sechzig-Fans war es die weiteste Auswärtsfahrt, und noch dazu eine der beschwerlichsten, mehr als 75 km über kleinere Straßen und ohne ÖPNV. Bemerkenswert, dass das weit über 1000 Löwen-Anhänger an einem Dienstabend auf sich nehmen. Leidenschaft für Fußball und Verein kennt keine Liga! Und alle sollen daran teilhaben. So ist auch der Spruch auf der Rückseite des neuen Trikots zu verstehen: Football for the PEOPLE – und lustigerweise steht auf der Vorderseite Freiheit für Sechzig.
Und so zeigte sich die Fußball Abteilung 1860 auf dem Platz und auf den Rängen:
Sympathisch, authentisch, volksnah.

Vielen Dank an den Herrn Titan für diesen eindrucksvollen Stimmungsbericht aus Unterfranken!









