HSV Barmbek-Uhlenhorst – FC Türkiye Wilhelmsburg 5:2
BU-Stadion an der Dieselstraße, Hamburg, 11. Februar 2018
Zuschauer: 242

…und manchmal auch für Fußball, sehr selten allerdings für Barmbek-Uhlenhorst. [KLICK!]. Doch auch als regelmäßiger Besucher liefe man kaum Gefahr sich zu ruinieren, der Eintrittspreis für die Oberliga Hamburg beträgt einheitlich sechs Euro.

Der BU-Platz an der Steilshooper Straße ist leider Geschichte – auch dort war der idiotensport einst zu Gast –, seit zwei Jahren spielt BU ein paar hundert Meter weiter im ‚New Anfield‘ an der Dieselstraße. Und wenn wir alten Nörgler sonst eigentlich immer etwas auszusetzen haben, so muss man in diesem Fall sagen: Für einen Neubau ist das sehr okay. Zumal es nur dem Kunstrasen zu verdanken war, dass wir an diesem Sonntag überhaupt ein Spiel sehen konnten. Dass wir uns in der ersten Halbzeit exakt so hingestellt haben, dass uns die Stützpfeiler der Tribüne die Sicht auf beide Torräume nahmen, daran ist ja nun wirklich niemand anderer schuld, der Stadionarchitekt nicht und noch nicht einmal die SPD.

Vielleicht waren wir einfach etwas müde und vielleicht auch noch ein wenig entscheidungsschwach und ganz sicher haben wir nicht mit einem derart furiosen Auftakt gerechnet angesichts der Unwirtlichkeit, in der sich das Geläuf gerade zu Anfang präsentierte. Wie man sich täuschen kann! Es war natürlich eine kleine Rutschpartie, aber erstaunlich oft gab es auch Momente technisch guten, zwingend nach vorne getragenen Fußballs zu sehen. Das Tabellenschlusslicht aus Wilhelmsburg schien mit dem Boden besser klarzukommen und ging schnell mit 2:0 in Führung. Doch Standards verteidigten die Türken schlecht, und so stand es nach einem Doppelschlag der Gastgeber – ein Kopfballtor und eine wunderbare Direktabnahme, jeweils nach Eckball – nach einer halben Stunde bereits unentschieden 2:2.

Zu diesem Zeitpunkt trudelte dann auch das letzte Mitglied unserer Reisegruppe ein und wunderte sich nicht zu knapp über den Zwischenstand. Vielleicht ärgerte er sich auch ein wenig über die verpassten Tore, waren die doch laut den Aussagen der entzückten Augenzeugen allesamt Weltklasse.

Aber es sollte nicht das letzte Mal sein, dass der Ball im Netz zappelte. (Und auch nicht das letzte Mal, dass der Unglückliche einen Treffer verpasste. Man muss schließlich auch mal auf Toilette). Im zweiten Durchgang schmolz gleichzeitig mit dem Schnee auf dem Rasen der Widerstand des FC Türkiye, und spätestens nach einer Stunde hatte BU das Spiel im Sack. Drei Tore nach der Pause sicherten drei Punkte und den Platz im Tabellenmittelfeld, während die Gäste ganz unten festhängen. Doch gerade die Leistung im ersten Spielabschnitt sollte Anlass zur Hoffnung geben.

Uns wiederum gab der Besuch an der Dieselstraße Anlass zur Freude. Über die Vorzüge des Amateurfußballs zu schreiben hieße Kohlen nach Newcastle tragen. Verbundenheit, Nähe, Humor, Herzlichkeit, Spaß – all das, was den gesamten Hamburgausflug des idiotensport kennzeichnete, war im Kleinen schon am ersten Nachmittag in Barmbek-Nord vorgezeichnet. Fußball = Leben.

    

            

        

    

 

Mein letztes Geld geb ich für Blumen aus…
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2 Gedanken zu „Mein letztes Geld geb ich für Blumen aus…

  • Hach, alteheide, Du bist schon ein echter Kreis-, nein: WELTklasse-Poet!
    Ganz groß auch der Link zur BU-Hymne!!
    Und Newcastle bräuchte vermutlich in der Tat eher Kohle als Kohlen :)

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