Aus der Serie: Der Titan berichtet…
heute aus dem Estadio Parque Capurro

 

Fenix Montevideo vs Danubio Montevideo 5:1

Was gönnt sich ein Titan an seinem Geburtstag? Natürlich den Besuch eines Fußballspiels! Und nicht irgendeines, sondern das des Spitzenreiters der Primera Division, Fenix, zuhause im Lokalderby (nicht verwunderlich, wenn 13 von 16 Mannschaften der Liga aus Montevideo stammen) gegen Danubio.

Ort der Handlung: Das noch nicht der Stadtplanung anheimgefallene wunderbar gelegene Estadio Parque Capurro im Stadtteil Capurro vor der großartigen Hafen- und Stadtkulisse.

Man bekommt schon beim Einlass und beim Betreten des Grounds den Eindruck, dass hier alles sehr familiär ist und eher an Don Bosco Bamberg (5. Liga) erinnert als an erste Liga Uruguays. Nur die Auswärtsfans auf der komplett vor der Hafenbucht stehenden Gegengeraden sorgten vor, während und auch nach der Klatsche für Stimmung.

         

  

Der sog. „Ultrablock“ der Einheimischen war erstmal total verwaist, und wir witterten schon einen kurzen Boykott mit anschließendem geschlossenem Auftreten. Doch es kamen nur ein paar Jugendliche, die zaghaft die Trommel rührten. Ihr Motto „wenige aber verrückt“ bezieht sich mehr auf „wenige“, denn großartig verrückte Stimmung machten sie nicht.

Dafür sorgten die Akteure auf dem Rasen für mehr Aktionen und Tempo. Uns wurde vor allem von den leichtfüßigen, technisch sehr versierten Spielern von Fenix toller Fußball geboten, und nach wenigen Minuten stand es durch einen Freistoß 1:0. Doch Danubio wollte dem hohen Spielniveau des Spitzenreiters nicht nachstehen und glich nach schöner Kombination aus. Nach einer wunderbar gelungenen Stafette mit einer abschließenden Direktabnahme ging Fenix noch vor der Pause in Führung, jetzt auch zur spürbaren, lauthalsen Freude von Kind und Kegel und – natürlich – auch der Matetrinker.

  

    

Wie unsereins wechselten viele von den eben noch neben uns auf der Heimgeraden Sitzenden die Perspektive und zogen um hinter das Tor der Gäste. Mit dabei das Transistorradio und der Mate. Und es sollte sich lohnen, denn vor unseren Augen erzielten die wie aus einem Guss spielenden und wirbelnden Heimischen noch drei weitere Tore. (Eines jedoch durch einen meiner Meinung nach zweifelhaften Foulelfmeter). Da brach sogar die „verrückte“ Freude und Raserei aus den Anhängern heraus. Danubio konnte zumindest auf dem Spielfeld dem entfesselten Spiel von „Phönix“ (außer einem vergebenen Strafstoß) nichts mehr entgegensetzen. Umso mehr taten das ihre Fans, und je klarer die Niederlage wurde, desto lauter und heftiger sangen sie. Selbst nach Schlusspfiff dominierten sie die Stimmung auf den Rängen.

Doch die Wahrheit lag auf dem Platz. Und mit dieser zufriedenstellenden Gewissheit gingen die Familien wieder heim in ihr Häuschen um die Ecke.

 

 

 

„Pocos pero locos“
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