Elf Wochen, zwei Tore, ein Unentschieden und ein Haufen Arschlöcher später

Drogen Fettsack

Seit Sandhausen ist viel passiert, meist nichts Gutes. Budimir ist nicht mehr im Kader, wir spielen jetzt ohne Stürmer, aber das ist ja leider nur noch eine Randnotiz.

Denn bei Sechzig, so schlimm das Spiel auch war, bzw. nicht das Spiel, sondern die Chancenverwertung (u.a. Thy, Daube und, ähem, Budimir), also bei Sechzig: Dass man bei 17:3 Torschüssen mit 1:2 Toren verliert, das kann ja vorkommen, Sechzig konnte auf jeden Fall nichts dafür, dass sie dieses Spiel gewonnen haben, also bei Sechzig war das Allerschlimmste ja noch gar nicht einmal das Spiel respektive das Ergebnis, sondern die Rückfahrt, weil wir ausgerechnet den Waggon mit den Nazis aus Block 132 erwischt haben und ich noch nie so viel Unterirdisches, (mehr …)

Spontanes Geniales

Valentin war der Überlieferung nach ein armer Priester, der – trotz eines Verbotes des Kaisers Claudius – Liebespaare nach christlichen Zeremoniell traute und ihnen in Partnerschaftskrisen half. Deshalb wurde er enthauptet.

Ob man das wissen muss, wenn man am Valentinstag ein Fußballspiel der belgischen zweiten Liga besucht? Nein. Aber es zeigt mal wieder deutlich, wie alles im Leben miteinander verbunden und vernetzt ist, wenn man diese Verbindungen nur lange genug und hartnäckig erzwingt.

So bestand der Plan dieses 14.2.15 eigentlich nur aus einer kleinen Idee. Schokolade, Pommes und (mehr …)

Tall As Trees

Welcome    Barnsley Foot

Barnsley war Pflicht. Montag Abend, Flutlicht, Oakwell. Es wäre bestimmt sehr schön geworden.

Wer Ronald Rengs Buch „Der Traumhüter“ nicht kennt, der wird möglicherweise auch die Stadt nicht kennen. Wer es gelesen hat, wird mir jedoch zustimmen, wenn ich sage: Da muss man hin. Der Traumhüter erzählt die Geschichte von Lars Leese, der Ende der 1990er Jahre mehr oder weniger zufällig vom Torhüter in der nordrheinwestfälischen Provinz zum Goalie eines Premier League-Klubs, des Barnsley FC eben, avancierte – und drei Jahre später schon wieder (mehr …)

Leeds

Zwei Gründe für einen Abstecher nach Leeds: Das beste Livealbum aller Zeiten wurde an der Leeds University aufgenommen, und im besten Fußballfilm aller Zeiten spielt Leeds United eine zentrale Rolle. An die Universität haben wir es nicht geschafft, ans Stadion schon. (Fast wie im richtigen Leben.)

Wer den Film gesehen hat, wird nicht überrascht sein, dass vor dem Stadion an der Elland Road Statuen von Don Revie und Billy Bremner stehen, aber keine von Brian Clough. (mehr …)

Brust: Weltklasse

Zuendung_2

SV Sandhausen – FC St. Pauli 0:0
Sandhausen, Hardtwaldstadion, 7. Februar 2015
Zuschauer: 7.364

Dieser Text handelt von Ante Budimir, der, wenn über ihn geschrieben wird, grundsätzlich mit dem Attribut „zweitteuerster Einkauf der Vereinsgeschichte“ ausgestattet wird. Jedoch tut er nicht das, wofür er verpflichtet wurde: Tore schießen. Sein einziger Pflichtspieltreffer für den FC St. Pauli gelang ihm am 16. August 2014 um ca. 16 Uhr, als er im Pokal, bei Fünftligist Optik Rathenow, zum 2:0 einnetzte. Heute, im ersten Spiel des Jahres 2015, vergab er in der (mehr …)

Zwischen den Jahren: Groundhopping in England

Barnsley, eine Industriestadt im Norden Englands. Ein lauter Pub, gerade Bier geholt. Reisebegleiter Dearer blättert abwesend in seiner Sport-Bild. „Der Typ an der Wand ist voll aggressiv“, flüstert er fast, ohne zu dem tätowierten Endfünfziger zu schauen. Der Mann habe in seinem northern accent etwas Unverständliches gesagt und sei fast ausgerastet, als Dearer es partout nicht verstand. Dabei ging es nur um den vergessenen Handschuh auf unserem Tisch. „Der Typ hat sich früher bestimmt oft geprügelt“, sagt Dearer, ein Deutscher. „Falls er fragt, wo ich herkomme, sage ich: from Switzerland.“ Ist seit 1914 unverfänglicher.

Na toll: Das Spiel des Barnsley FC am Abend ist abgesagt, wegen Schnee und Eis. Das Spiel am Vortag in Sheffield: dito. Und jetzt sitzen wir in dieser trostlosen Stadt und fühlen uns bedroht. Warum tun wir uns das an? (mehr …)