Bis auf die Nachspielzeit war es ein ganz wunderbares Wochenende

1. FC Union Berlin – FC St. Pauli 1:0
Stadion an der Alten Försterei, 4. November 2017
Zuschauer: 22.012

Berliner AK 07 – BSG Chemie Leipzig 3:0
Poststadion Berlin, 5. November 2017
Zuschauer: 1.007

und er würde auch eine Reise krönen, aber:

Wenn ich mich mit dem ghostwriter auf große Fahrt begebe, dann ist das meistens sehr schön und meistens verlieren wir verdientermaßen. Mal abgesehen vom Spiel war es ein super Tag ist seit langem ein geflügeltes Wort (höchstwahrscheinlich nicht nur) in meinem Freundeskreis. Vor anderthalb Wochen in Berlin wäre es dieser Logik nach sogar noch schöner als schön gewesen, denn wir haben zwar verloren, aber unverdient, in der Nachspielzeit, nach einem guten Auftritt. Da jedoch Logik und Fansein nicht recht zusammengehen, überstelle ich diese Überlegungen, kaum angestellt, gleich wieder dem Orkus des Vergessens.

Aber über Union will ich hier gar nicht reden, ist ja schon lange her und es ist alles darüber gesagt, vor allem über die ganz und gar lächerliche Freistoßentscheidung (mehr …)

Eine schöne, vor allem gemütliche Sache ist es… – Ein Hoch auf den Amateurfußball!

Gastartikel vom Derrick

SV Kirchanschöring – TSV 1860 München II 1:1
Stadion an der Laufener Straße, 4. November 2017
Zuschauer: 670

In Begleitung meiner wundervollen, schönen und tifosen Ehefrau begab ich mich an einem herrlichen Herbstsamstag mit dem blau-weißen Fan-Cinquecento ins nahegelegene Kirschanschöring zum Spiel der Bayernliga Süd zwischen dem SV Kirchanschöring und der Reserve des TSV 1860 München.
Wem Kirchanschöring nicht so viel sagt: es liegt schön eingebettet zwischen Salzburger Alpen und Salzach im Rupertiwinkel, nahe der österreichischen Grenze. Der Ort hat einen relativ berühmten Fußball-Bürger – Bernd Dürnberger, ehemaliger Spieler des dreimaligen Europapokalsiegers der Landesmeister in den 1970er-Jahren beim Club aus der Säbenerstr.

Wir hätten auch mit dem Fahrrad anreisen können (was den Bierkonsum (mehr …)

Aus der Serie: Der Titan berichtet aus der Oberliga

Heute: Zum Frühschoppen nach Ottensen oder mit Wind gewinnt

 

Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder, um über ein Geschehen aus meiner Lieblingsoberliga, der Oberliga Hamburg zu berichten. Nein, Altona ist diesmal nicht von der Partie, die spielen inzwischen eine Klasse höher, aber ein sehr beliebter Stadtteil von Altona: Mein Weg führte mich morgens um 10:00 nach der Umstellung auf die Winterzeit nach Ottensen zum seit 1905 an gleicher Stelle beheimateten Teutonia 05. Laut Homepage spielt der Club auf der zweitältesten Fußballanlage der Stadt, was man 2017 nicht mehr erkennt. Denn seit zwei Jahren haben die Teutonen einen gepflegten Kunstrasenplatz von der Stadt gestellt bekommen. Kein Wunder, müssen sich doch 35(!) Mannschaften diesen einen Platz zum Trainieren und zum Spielen teilen, was einer logistischen Meisterleistung gleichkommt. Neben der Tradition ist es vor allem die Integration, die diesen Verein so interessant und beliebt macht. Dafür wurde er auch 2009 mit dem Integrationspreis der Stadt ausgezeichnet. Und noch eins: Laut eigener Aussage erhält man hier die beste Currywurst der Stadt, auch morgens um 10:45.  (mehr …)

Nö.

TSV Nördlingen – TV Bad Grönenbach 6:1
Gerd-Müller-Stadion Nördlingen, 19. Juli 2017
Zuschauer: 200

„Nördlingen? Was solln daran schön sein?“

So meine 1/3-Lieblingsnichte streng, als ich beim Gedanken an die selbst ernannte Ries-Metropole Milde walten und mich dazu hinreißen ließ zu äußern, dass Nördlingen ja eigentlich schon auch irgendwie seine Reize habe. „Na ja, dass man ganz um die Stadtmauer rumgehen kann und der Minigolfplatz wirklich wunderbar gelegen ist direkt im Graben an einem der Stadttore und überhaupt alles sehr mittelalterlich daherkommt“, wollte ich fast noch protestieren, aber dann besann ich mich und gab ihr vollumfänglich Recht. Als Oettinger mag man Nördlingen nicht, da darf man nicht weich werden, nur weil man schon seit 20 Jahren woanders wohnt.  (mehr …)

1959

Chorley FC – AFC Fylde 1:3
Victory Park Stadium Chorley, 1. Januar 2017
Zuschauer: 3.128

England, Fußball am Neujahrstag.

Wir waren sowieso auf dem Weg von Burnley nach Blackpool und mussten auf halber Strecke nur einmal kurz links abbiegen, um zum Match zwischen Chorley und dem AFC Fylde zu gelangen – ein Nachbarschaftsduell um die Tabellenspitze der National League North, das unsere Anwesenheit dringend erforderlich machte, da gab es nicht viel nachzudenken, oder, wie englische Busfahrer es ausdrücken würden: Ein echter no-brainer war das. Sogar unsere Freunde in Burnley gaben uns ihren Segen, this one should be interesting, das ist Lancashire-Understatement und heißt in etwa: Super, da müsst Ihr hin.

Und sie hatten recht.

Wir sprechen hier über die sechste Liga und wir sprechen über eine Kleinstadt nordwestlich von Manchester, irgendwo zwischen Wigan, Blackburn, Preston und Bolton gelegen. Wir sprechen über gut 3.000 Besucher, über Feiertagsstimmung im Victory Park Social Club und im Stadion, wo sich die Zuschauer überall dort eingefunden hatten, wo es Platz gab: Auf der Haupttribüne, stehend unten, sitzend oben, auf den beiden unorthodoxen  (mehr …)

Schäbig schön

Rochdale AFC vs. Shrewsbury Town 2:1
Football League One
30.12.2016
Spotland Stadium, 3594 Zuschauer

1) Wieso spielt heute Abend im altehrwürdigen Spotland Stadium (welches aktuell Crown Oil Arena heißt) der SC Paderborn 09 gegen den FC Ingolstadt 04?
2) Warum heißt es rɑtʃdeɪl und nicht roʊtʃdeɪl?
3) Und wieso wurde Englands vierte Liga jahrelang „The Rochdale Division“ genannt?  (mehr …)

Seltsam, aber schon auch gut

Der Regionalzug war recht voll, also wurde es wieder einmal das Fahrradabteil. Die guten Klappsitze. Gefahr, dass ein Radler unsere Plätze für sein Gefährt beanspruchte, bestand nicht. Es war zu kalt zum Fahrradfahren.

Es stand an: der 17. Bundesligaspieltag. Es spielte der 1. FC Nürnberg gegen den FC St. Pauli. Man schrieb den 15. Dezember 2001.

Wir – die zukünftigen casigordo, ghostwriter, alteheide – waren gut vorbereitet auf die zu erwartenden Temperaturen. Eine Thermoskanne mit Grog hatten wir im Gepäck und der ghostwriter sogar eine Styroporplatte, auf der er im Stadion zu stehen gedachte. Seltsam, dachte ich mir, was für ein Vogel.

Uns gegenüber saß der zukünftige libero. Auch er wirkte irgendwie sonderbar. Damals kannte ich ihn ja noch nicht – genauso wenig wie den Menschen, der sich kurz vor der Abfahrt noch Zutritt zum Zug verschaffte, einen Schalke-Schal trug und den Sitz neben mir in Beschlag nahm. Der zukünftige philantrop hatte die Szenerie betreten. Eigenartig fand ich auch ihn: Wie er sogleich (mehr …)

Aus der Serie: Der Titan berichtet aus der Oberliga

Heute: Hautnah bei „El Clásico Hamburgese“

 
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Den Freunden der Noch-Nicht-Winterpause im Amateurfußball wurde als vorweihnachtliches Schmankerl zum Abschluss der echte Clásico zwischen dem Altonaer Fußballclub von 1893 und dem HSV Barmbek-Uhlenhorst von 1923 serviert, kurz: es spielte am 2. Advent der AFC gegen BU.

Und da sich der Unparteiische Oldhafer erst so gegen 12:00 festlegte, dass gespielt wird, trafen die vielen Fußballbegeisterten mit Verspätung an der traditionsreichen Spielstätte in Altona ein:

Adolf Jäger Kampfbahn, welch ein Name, das riecht nach mehr als Tradition und Kult, das ist gelebte Geschichte.

Jedenfalls verpassten doch tatsächlich hunderte von Zuschauern, darunter auch meine Wenigkeit den frühen Führungstreffer von Altona durch den Kapitän Nick Brisevac beim Schlangestehen vor den einzigen zwei Kartenhäuschen.

Es entwickelte sich von Beginn an (mehr …)